Gedanken teilen und Impulse erhalten
Philosophischer Salon
Stell dir vor, du sitzt mit einer Tasse Tee in der Hand in einem Raum voller neugieriger Geister, bereit, gemeinsam die großen Fragen des Lebens zu erkunden – willkommen beim Philosophischen Salon in Freiburg!
Der Philosophische Salon von Hypatia CMP orientiert sich an den literarischen Salons des 19. Jahrhunderts und bietet dir einen inspirierenden Treffpunkt, um dich mit anderen nachdenklichen Köpfen auszutauschen.
Wir laden dich ein, spannende Impulse und freundliche Provokationen zu erleben, die dich dazu anregen, gedankliches Neuland zu betreten. Bei uns ist jedes Thema willkommen: sei es Politik, zwischenmenschliche Beziehungen, Spiritualität und Religion, wissenschaftliche Fragestellungen oder Kunst.
Komm vorbei und entdecke die Vielfalt der Gedanken – wir freuen uns auf dich!
Termine & Themen 2026
Freiburg
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Aktuell
Einsamkeit & Alleinsein
Einsamkeit ist mehr als Alleinsein.
Während viele Menschen gut mit sich alleine sein können, entsteht Einsamkeit vor allem dann, wenn wir unsere Erlebnisse, Gedanken und Gefühle mit niemandem teilen können. Wir brauchen die liebende Anwesenheit eines anderen Menschen – nicht nur zum Überleben, sondern für ein erfülltes Leben in Verbundenheit.
Ob Student in der neuen Stadt, Mutter zwischen Familie und Beruf, erfolgreicher Unternehmer oder Witwe – Einsamkeit kann jeden treffen. Sie hat viele Gesichter: nach Umzügen, Trennungen, Verlusten, durch Überarbeitung, Krankheit oder die Angst, erneut verletzt zu werden.
Im Philosophischen Salon wollen wir gemeinsam darüber nachdenken: Was bedeutet Einsamkeit eigentlich? Wie unterscheiden wir sie vom Alleinsein? Und wie können wir – ohne Druck und Scham – wieder echte Verbindung und die Anwesenheit eines anderen Menschen in unserem Leben ermöglichen? Wie kann ich auch Verbindung mit mir selbst finden, sodass ich, wenn ich allein bin, dennoch nicht einsam bin?
Du möchtest tiefer in deine persönlichen Themen eintauchen? Dann ist das Philosophische Life-Coaching eine wunderbare Ergänzung zum Salon. 👉 Mehr erfahren...
Gesprächsethik
Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist die Freude am Reflektieren mit Gleichgesinnten und Andersdenkenden. Der Philosophische Salon verfolgt keine therapeutischen Ziele, sondern bringt Menschen zusammen, die gemeinsam über bestimmte Themen philosophieren und sich respektvoll austauschen möchten.
Im Philosophsichen Salon halten wir uns an die folgenden Regeln:
- Man darf 'nur' zuhören.
- Man darf sprechen, (Verständnis-)Fragen stellen, Wissen teilen und den Gesprächsverlauf eigenverantwortlich mitgestalten.
- Ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander schafft Vertrauen.
- Es geht um Dialog, nicht um einen Monolog.
- Zuhören und Ausredenlassen bieten die Gelegenheit, neue Impulse zu erhalten.
- Bewertungen dürfen pausieren. Abwertungen bleiben draußen vor der Tür.
- Jede*r darf glauben, was er oder sie möchte: keine Missionierungen.
- Verschwiegenheit: Gerne darf man von der generellen Erfahrung im Philosophischen Salon berichten, doch Namen und Persönliches anderer Teilnehmender bleiben geheim.
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Neurodivergenz: Was es bedeutet, anders zu sein.
Viele neurodivergente Menschen beschreiben das Gefühl, anders zu sein – als hätten sie eine andere Wahrnehmung und einen anderen Zugang zur Welt, fast so, als kämen sie von einem anderen Planeten. Dieses Erleben von Andersartigkeit steht im Mittelpunkt unseres nächsten Philosophischen Salons.
Neurodivergenz ist ein wertungsfreier Begriff, der beschreiben soll, dass das Gehirn mancher Menschen anders funktioniert als das, was üblicherweise als normal angesehen wird. Wenn neurobiologische Unterschiede als Dispositionen unter anderen betrachtet werden, sind diese Phänomene Bestandteile menschlicher Vielfalt und keine Krankheiten. Neurodivergenz bedeutet, alle psychischen und neurologischen Zustände ganz undramatisch als dazugehörig zur menschlichen Vielfalt zu verstehen. Manche neurodivergente Menschen erfüllen auch die Kriterien psychiatrischer Diagnosen, aus neurodiverser Perspektive sind diese jedoch nicht das Wichtigste (Stangl, 2026).
Was alles zur Neurodivergenz gehört, wird nicht immer von allen gleichgesehen. Zum Cluster der Neurodivergenz werden unter anderem Autismus, ADHS, Legasthenie, Dyspraxie, Dyskalkulie, Hochbegabung, Hochsensibilität sowie weitere Variationen in Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Gefühlen und Bedürfnissen gezählt.
Levinas erinnert mich daran, das Andere nicht zur Projektionsfläche eigener Ängste oder Ablehnung zu machen, sondern es in seiner Eigenständigkeit zu respektieren. Dazu können wir auch unsere (manchmal selbstabwertende) Selbstdefinition von Anderssein hinzudenken. Dieser Gedanke darf uns einladen, über das Andere im Allgemeinen und neurodivergentes Anderssein im Besonderen nachzudenken – über Ausgrenzung, Bereicherung und die Frage, was es in einer normierenden Welt bedeutet, anders zu sein.
Der Sinn des/meines Lebens
Philosophischer Salon am 30. Mai 2026
Der Sinn des Lebens beschäftigt die Philosophie seit ihren Anfängen. In seiner Apologie (38a) lässt Platon Sokrates sagen:
"Wenn ich jedoch sage, dies sei das größte Glück für einen Menschen, Tag für Tag über den sittlichen Wert Gespräche zu führen und über die anderen Dinge, über die ihr mich reden hört, indem ich mich selbst und andere einer Prüfung unterziehe, und daß ein Leben ohne Prüfung für den Menschen nicht lebenswert sei, dann werdet ihr meinen Reden noch weniger Glauben schenken."
Sokrates stellt damit die These auf, dass ein Leben ohne kritische Selbstreflexion, ohne Suche nach Wahrheit und ohne Prüfung der eigenen Überzeugungen letztlich wertlos bleibt. Der Sinn und das Glück des Lebens liegen demgemäß nicht in äußeren Erfolgen, Reichtum oder Vergnügen, sondern in der unablässigen Sorge um die eigene Seele (philosophische Seelsorge) – im philosophischen Gespräch mit sich selbst und anderen.
In der Nikomachischen Ethik (Buch I, Kap. 1-7, 9-13) fragt Aristoteles nach dem höchsten Gut, auf das alles menschliche Handeln abzielt. Seine Antwort ist die eudaimonia (Glückseligkeit, lat. beatitudo, i. S. v. gelingendes Leben). Glückseligkeit ist keine bloße Gefühlsregung, sondern die volle Entfaltung des menschlichen Wesens: die Tätigkeit (Akt) der Seele gemäß der Tugend in einem vollständigen Leben. Der Sinn des Lebens besteht demnach darin, unsere charakterlichen und intellektuellen Fähigkeiten (Potenz) so zu verwirklichen, dass wir als Mensch in unserer besten Form existieren: durch mutiges, gerechtes, besonnenes und vor allem vernünftiges Denken und Handeln.
Während Sokrates den Akzent auf die unermüdliche Selbstprüfung legt, betont Aristoteles die gelingende Selbstverwirklichung eines tugendhaften Lebens in der Gemeinschaft. Beide verbindet die Überzeugung, dass der Sinn des Lebens nicht vorgegeben ist, sondern aktiv gelebt und gestaltet werden muss.
Im Salon dürfen wir diese antiken Einsichten als Impuls nehmen, um über den Sinn des Lebens im Allgemeinen und unseren persönlichen Lebenssinn nachzudenken.
Sich selbst begegnen: Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen & Selbstbewusstsein
Philosophischer Salon am 25. April 2026
„Erkenne dich selbst“ – dieser berühmte Spruch am Apollon-Tempel in Delphi ist seit über 2500 Jahren eine der zentralsten Aufforderungen der abendländischen Philosophie. Doch was bedeutet es heute, sich selbst wirklich zu begegnen?
Im nächsten Philosophischen Salon widmen wir uns drei eng miteinander verbundenen Konzepten:
- Selbsterkenntnis – Wer bin ich? Wie kann ich mich jenseits von oder gerade durch Rollen, Erwartungen und Selbstbildern kennenlernen?
- Selbstvertrauen – Vertraue ich mir? Was ist Selbstvertrauen? Wie entsteht und wächst es?
- Selbstbewusstsein – Bin ich mir meiner bewusst? Im philosophischen Sinne: das Bewusstsein seiner selbst als denkendes, fühlendes, handelndes Wesen. Wie werde ich mir meiner eigenen Subjektivität gewahr? Und wie beeinflusst diese Gewahrheit mein Verhältnis zu anderen?
Sich selbst begegnen – ausgerechnet in einem Raum der Begegnung mit anderen Menschen? Mal sehen, was wir am 25. April miteinander über uns selbst in Erfahrung bringen können.
Was ist Freiheit?
Philosophischer Salon am 07. März 2026
Ist Freiheit etwas für sich genommen oder bedeutet es, von etwas frei zu sein? Geht es dabei immer nur um eine Relation: Ich bin frei von X und damit gilt es X zu bestimmen? Oder ist Freiheit ein für sich stehendes Konzept?
Der Brockhaus Philosophie (Mannheim, 2009) verweist auf die zwei Bestimmungen des Freiheitsbegriffes:
„Seit Isaiah Berlins Essay "Two Concepts of Liberty" (1958; dt. "Zwei Freiheitsbegriffe") hat sich die Unterscheidung zwischen zwei Begriffen der Freiheit eingebürgert.
[1] Freiheit kann einerseits verstanden werden als Abwesenheit äußerer Zwänge und Bindungen. Diese können naturhafter Art, etwa in Form körperlicher Bedürfnisse, sein oder (z. B. aufgrund von Normen und Konventionen) ihren Ursprung in der Gesellschaft haben. Unter diesem Gesichtspunkt wird Freiheit negativ charakterisiert. Es handelt sich um 'Freiheit von' oder Handlungsfreiheit.
[2] Andererseits kann Freiheit auch als die Fähigkeit aufgefasst werden, seinem eigenen Wollen eine Richtung zu geben. Man spricht dann von Entscheidungs- oder Willensfreiheit. Diese ist eine 'Freiheit zu' und somit positiv bestimmt. Sie war und ist Gegenstand vieler philosophischer sowie theologischer Bemühungen und wird häufig auch als 'Autonomie' bezeichnet. Das Konzept der Willensfreiheit verweist auf die klassische Frage von Freiheit und Determinismus, die in zwei Teilprobleme zerfällt, [2.1] nämlich die Frage der theoretischen Philosophie, ob unsere Wünsche und Handlungen kausal determiniert sind, sei es durch Naturkausalität oder göttliche Prädestination, und [2.2] die moralphilosophische Frage, welche Folgerungen sich aus der Position des Determinismus bzw. der Autonomie ergeben. Als Willensfreiheit und Gewissensfreiheit wurde die 'Idee der Freiheit' eine der zentralen Kategorien im Selbstverständnis des neuzeitlichen Menschen." (S. 126, Sp. 2)
Beide Bestimmungen werfen die Frage auf, die uns im Salon interessieren darf: Ist Freiheit je "für sich" denkbar – oder bleibt sie immer relational, immer "Freiheit von etwas" oder "Freiheit zu etwas"?
Spiritualität mit/ohne Dogma: Woran glaubst Du?
Philosophischer Salon am 29. November 2025 in Freiburg, Wiederholung am 11. Juni 2026 in Teningen
Eines ist gewiss: Spiritualität gehört für viele Menschen zu ihrem Leben wie der eigene Atem (spiritus: Geist, Atem, Hauch). Doch in einer Welt voller unüberschaubarer spiritueller Angebote – von Sinnerklärungen und Heilsversprechen bis hin zu mystischen Lehren und dogmatischen Religionen – gerät man leicht in Verwirrung. Wer hat Recht? Wem kann man vertrauen? Und was bedeutet Spiritualität eigentlich für den eigenen Alltag?
Frauen in Führungspositionen
Je höher die Position, desto weniger oder gar keine Bewerbungen von Frauen! Diese Beobachtung lässt sich in der Rekrutierung immer wieder machen. Selbst wenn die Stellenausschreibung explizit um Bewerbungen von Frauen bittet, bemühen sich oft wenige Frauen um die Entscheiderpositionen in der Arbeitswelt. Stattdessen bewerben sich Männer, die manchmal nicht einmal zu 40% den gewünschten Anforderungen entsprechen. Woran liegt es? (25. Oktober 2025)
Künstliche Intelligenz: Dystopie oder Utopie?
Künstliche Intelligenz (KI) prägt unsere Zeit wie kaum ein anderes Thema. Mit atemberaubender Geschwindigkeit verändert sie unsere Welt – doch wohin führt dieser Wandel? Sind wir auf dem Weg in eine Zukunft voller Chancen oder stehen wir vor unkontrollierbaren Risiken? Was bedeutet es, wenn Maschinen denken lernen – für uns, unsere Arbeit, unsere Gesellschaft? Welche Möglichkeiten eröffnet KI für unser Leben? Welche Gefahren lauern in ihrer Entwicklung? Wie verändert KI unser Verständnis von Menschsein? (05. Juli 2025)
→ Blogartikel: K.I. Dystopie oder Utopie?
Was ist Demut? Und wozu ist sie nützlich?
In einer Welt voller Selbstoptimierung und Individualismus scheint Demut heute fast vergessen und nur mit negativen Konnotationen behaftet zu sein. Wir stellten uns u.a. diese Fragen: Ist Demut Selbstgeißelung oder ein verstaubtes Relikt des Christentums? Warum über einen Begriff nachdenken, der nach Unterwürfigkeit klingt? Kann uns Demut als Tugend, zu einem besseren Miteinander führen? Welche Rolle spielt Demut in der Persönlichkeitsentwicklung, in Beziehungen oder bei gesellschaftlichen Themen wie die narzisstische Selbstdarstellung in Social-Media? Kann Demut helfen, unsere Begrenztheit anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen - oder fördert sie (Selbst-)Abwertung, die uns in unserer Entfaltung ausbremst? Brauchen wir Demut noch? (10. Mai 2025)
→ Blogartikel: Demut in mir, zwischen uns und in der Gesellschaft
Trotzdem Ja zum Leben sagen...
Die Welt fühlt sich an wie ein Karussell: Politisch, wirtschaftlich, ideologisch – alles wirbelt durcheinander, und das im Minutentakt. Wie geht es Dir damit? Ich merke bei mir innere Unruhe, manchmal auch Angst. Andere erzählen mir Ähnliches. Wir haben uns den folgenden Fragen gestellt: Was können wir von Viktor Frankls „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ lernen? Wie können wir unsere Ängste benennen und sie in eine hoffnungsvolle Vision verwandeln? Mit welchen Ressourcen können wir als Gesellschaft in die Zukunft gehen? (04. April 2025)
Vergebung befreit! Wie kann sie (nicht) gelingen?
Mit den folgenden Fragen sind wir ins Gespräch gestartet: Was bedeutet ‚Vergebung‘? Wann kann man (nicht) vergeben? Warum sollten wir Vergebung (nicht) anstreben? Wie kann Vergebung gelingen? (01. März 2025)
→ Blogartikel: Wie kann Vergebung (nicht) gelingen?
Du musst Dich abgrenzen!
Gemeinsam haben wir darüber nachgedacht, was ‚abgrenzen‘ bedeutet, weshalb es gut (oder schlecht) tut, in welchen Situationen es (nicht) hilfreich ist, wie es gelingen kann, was man alles erlebt, wenn man sich abgrenzt, und weshalb es vielen so schwer fällt. (14. Dezember 2024)
→ Blogartikel: "Impulse aus dem Philosophischen Salon: "Du musst Dich abgrenzen!"
Einsamkeit & Alleinsein
Wir haben darüber nachgedacht, wie wir heute miteinander aneinander vorbei leben. (10. Juni 2024)
→ Blogartikel: Wen brauche ich? Gespräche gegen die Einsamkeit
Vorläufer: Das Café Totentanz (2017-2022)
Tanja Rommler und Marieke Abram starteten am 26.11.2017 das erste Café Totentanz, um einen Raum zum Nachdenken über die Themen Sterben, Tod und Trauer zu geben. Im Laufe der folgenden 5 Jahre durften wir ausgesprochen inspirierende, horizonterweiternde und bereichernde Gespräche erleben, für die wir nach wie vor sehr dankbar sind.
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